Kirschen
I
So fass ich die Kirsche
Am Stiel mit den Kuppen von Daumen und Index
Gerade so
Ihr Gewicht
Ihre feste und nachgiebige Haut
Mein Anliegen
Dort wo Empfinden und eine dunkle Wölbung sich messen
II
Meine Kirschengabe
G-- am Stiel wartet geduldig
Bis ich ihn wieder nehme und löse
Von ihren Lippen
Aus dem weißen Gitter der Zähne
Dann sind wir unverbunden
Die dünne Frau spuckt den Kern aus und
Ich schnippe den Stiel in den Main
III
Mit Dir ist gut essen
Unsere Zungen befördern
das blutwarme Gut von einer Kammer zur nächsten
Spürst du nicht auch
dass wir verbluten
Wie wir uns schneiden
Bis auf den bleichen, fruchtlosen Stein
IV
G--,
Ich säe den Tag in unser trauriges Herz
Kirschsteine pflanz ich in mein trauriges Herz
Soviel Glück im Unglück
Wie mag unser Glück sein
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